Erste Debatte erfolgreich
Grünen-Chefin fordert Bildungs-Soli
Gebühren-Befürworter holen auf
(Dortmund) Vor Beginn der Show-Debatte der GRÜNEN-Landtagskandidaten gegen den Debattierklub Dortmund, schien der Sieger schon festzustehen: Nur zwei Zuschauer outeten sich als Gebührenbefürworter.
„Studiengebühren gefährden den Standort Deutschland“, so Martin Tönnes (Landtagskandidat GRÜNE Wahlkreis 113 Dortmund III: Stadtbezirke Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck) in seiner Eröffnungsrede.
Die Oppositionsführerin Sonja K. (Erstsemesteratudentin im Fach Statistik) gab mit ihrer Rede kräftig Kontra.
Als Grünen-Chefin Daniela Schneckenburger eine Zwischenfrage stellen wollte, bremste Sonja die Politikerin regelkonform aus. Beim Debattieren entscheiden nämlich die jeweiligen Redner, ob sie eine Zwischenfrage zulassen – oder nicht. Einer Partei-Chefin passiert so was eher selten …
Die Sprecherin der GRÜNEN-Ratsfraktion in Dortmund, Ingrid Reuter (Landtagskandidatin GRÜNE Wahlkreis 112 Dortmund II: Innenstadt-Nord, Innenstadt-Ost und Eving) machte klar, dass die GRÜNEN die Studiengebühren abschaffen wollen und auch schon entsprechende Anträge gestellt haben.
Das veranlasste Oppositions-Mitglied Markus K. (Student der Germanistik, Theologie und Geschichte) provokativ zu fragen, wem die GRÜNEN bei der angespannten Haushaltslage das Geld dafür „aus der Tasche ziehen wollen“. Frau Reuter erklärte dem auf eine Antwort beharrenden Debattierer, dass auf klar auf politische Prioritäten ankäme.
Oppositions-Redner Jörn H. (Vize-Präsident Debatte Dortmund) stellte dem entgegen, dass es wohl ungerecht sei Studenten nicht an den anfallenden Kosten zu beteiligen, während im Handwerk für einen Meisterkurs oftmals ein paar Tausend Euro fällig werden. Warum sollten nur Meister mit Schulden ins Leben starten und nicht auch Uni-Absolventen?
Damit unterzog die Opposition das Thema der Gerechtigkeitsprüfung. „Entscheidend für die Bildungs-Karriere eines Kindes ist die Kindergartenzeit“, so Jörn H., „und die kostet, obwohl sie so wichtig ist“.
Die seit 2006 amtierende Landesvorsitzende der GRÜNEN in NRW Daniela Schneckenburger (Landtagskandidatin GRÜNE Wahlkreis 111 Dortmund I: Stadtbezirke Innenstadt-West, Huckarde, Mengede) beharrte darauf, dass man weniger Zugangshürden zum Studium schaffen sollte, denn es sei falsch ein Studium auf Pump zu finanzieren.
Um das Bildungswesen auszubauen forderte sie 20 Jahre nach der Einheit den Solidaritätszuschlag zum Aufbau Ost zumindest teilweise in einen Bildungs-Soli umzuwidmen.
Als letzter Redner des Abends trat Markus K. ans Pult. Er stellte klar heraus, wo die Knackpunkte dieser Debatte aus Sicht der Studierenden von DebaDo lagen:
Studienbeiträge seien wichtiger Bestandteil der Hochschulfinanzierung und sie machten die Bildungslandschaft entgegen aller Beteuerungen von Gebührengegnern ein Stückchen gerechter.
Bei der Schlussabstimmung schien es plötzlich drei Gewinner zu geben: Die Vertreter von DebaDo, weil sich nun statt zwei immerhin neun Zuschauer auf ihre Seite stellten, GRÜNEN, weil sie die Debatten laut Publikum trotzdem klar gewannen, und alle Freunde des Debattierens, die zum Auftagt der Serie eine unterhaltsame Debatte geboten bekamen.
Fotos © Cesare Foltin
Presseberichte:
dortmund.de (7.1.2010) Debattierclub der TU bittet zum Duell

