Wofür steht die Gemeinschaftsschule wirklich: Einheitsbrei oder individuelle Förderung?

Wofür steht die Gemeinschaftsschule wirklich: Einheitsbrei oder individuelle Förderung?
Vor der Debatte wirkte noch alles locker und eher wie ein Spaß, als die Debatte dann allerdings begann, zeigte sich schnell, dass sowohl die SPD als auch die Mitglieder des Debattierklubs durchaus mit Ernst bei der Sache waren.
Schon der Eröffnungsredner der SPD, Prof. Dr. Rainer Bovermann (MdL für den Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Kreis I: Hattingen, Schwelm, Sprockhövel, Wetter) machte es deutlich: „Auch Gedankenspätzünder sollen sich entwickeln können.“ Dies mache die Gemeinschaftsschule möglich, die eh nur ein Relikt aus dem 16 Jahrhundert und damit auch ein Überbleibsel der damaligen Ständegesellschaft darstelle.
Der erste Redner des Debattierclubs, Henning B. stellt diesem Argument sofort gegenüber, dass es zwar richtig sei für individuelle Förderung zu sorgen, dass dies jedoch viel eher dadurch möglich sei, das dreigliedrige Schulsystem beizubehalten.
Schon an diesem Punkt der Debatte zeigte sich, dass es eine sehr lebendige Debatte werden würde, da die Mitglieder der SPD sofort zu Anfang dieser Einführungsrede, durch Zwischenrufe ihr Missfallen deutlich machten.
Nadja Lüders (Landtagskandidat SPD Wahlkreis 113 Dortmund III: Stadtbezirke Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck) war die nächste Rednerin der SPD, die durch Gemeinschaftsschule nicht Einheitsbrei, sondern viel mehr individuelle Förderung ermöglich sieht.
Vor allem das Argument, dass das dreigliedrige Schulsystem ein Relikt aus der Zeit der Ständegesellschaft sei, veranlasste den zweiten Redner des Debattierklubs Dortmund, Jens S., erst einmal klar zu stellen, dass beim heutigen dreigliedrigen Schulsystem keinesfalls mehr nach Ständen, sondern einfach nach Leistung  sortiert werde.
Jens warf ein, dass es in der DDR schon Einheitsschulen gegeben habe und es einen guten Grund habe, dass es sie heute nicht mehr in dem Maße gibt .Es gäbe drei Dinge auf die die Bürger der DDR nicht stolz gewesen sei im Nachhinein: die Berliner Mauer, die Stasi und auf die Einheitsschulen, überraschte er die Zuhörer.
Der einzige freie Redner in der Debatte, Tobias R., stellte sich auf die Seite des Debattierklubs. Nach den Regeln des Clubs bekam nun die SPD eine Gelegenheit zur Gegenrede. Vor allem die Bezeichnung Ideologie für die Idee zur Einführung einer Gemeinschaftsschule, war es, die der Gegenredner der SPD aufgriff. Er machte deutlich, dass er der Ansicht sei, dass man mit jedem Abschluss etwas erreichen können müsste, wobei er vor allem die Hauptschulabsolventen als perspektivlos darstellte.
Der Abschlussredner des Debattierclubs war wie schon in der Debatte gegen die Grünen, Markus K. In seiner energischen Art kritisierte er den „ideenlosen Einheitsbrei“ der von der SPD-Regierung geplant sei. Die SPD war von diesem „rhetorischen Tiefschlag“ ziemlich überrascht.
Mit der Frage, ob die SPD gerne in traurige Kinderaugen gucken würde, da die Leistungsstarken unterfordert und die Leistungsschwachen in einer Gemeinschaftsschule überfordert wären, schloss er schließlich seine Rede.
Prof. Dr. Gerd Bollermann (Wahlkreis114 Dortmund IV: Stadtbezirke Hörde, Hombruch, Lütgendortmund), der letzte Redner der SPD wies darauf hin, dass die SPD „alle integrieren“ wolle, und das „kein Kind zurückgelassen werde.“
Nach der Debatte reichten sich die Mitglieder des Debattierclubs und die Kandidaten trotz der teilweise sehr energischen Reden die Hand.
Bericht: Sonja K.
Fotos © by Cesare Foltin.
Presseberichte:

Vor der Debatte wirkte noch alles locker und eher wie ein Spaß, als die Debatte dann allerdings begann, zeigte sich schnell, dass sowohl die SPD als auch die Mitglieder des Debattierklubs durchaus mit Ernst bei der Sache waren.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_010_1Schon der Eröffnungsredner der SPD, Prof. Dr. Rainer Bovermann (MdL für den Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Kreis I: Hattingen, Schwelm, Sprockhövel, Wetter) machte es deutlich: „Auch Gedankenspätzünder sollen sich entwickeln können.“ Dies mache die Gemeinschaftsschule möglich, die eh nur ein Relikt aus dem 16 Jahrhundert und damit auch ein Überbleibsel der damaligen Ständegesellschaft darstelle.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_037_1Der erste Redner des Debattierclubs, Henning B. stellt diesem Argument sofort gegenüber, dass es zwar richtig sei für individuelle Förderung zu sorgen, dass dies jedoch viel eher dadurch möglich sei, das dreigliedrige Schulsystem beizubehalten.

Schon an diesem Punkt der Debatte zeigte sich, dass es eine sehr lebendige Debatte werden würde, da die Mitglieder der SPD sofort zu Anfang dieser Einführungsrede, durch Zwischenrufe ihr Missfallen deutlich machten.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_060_1Nadja Lüders (Landtagskandidat SPD Wahlkreis 113 Dortmund III: Stadtbezirke Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck) war die nächste Rednerin der SPD, die durch Gemeinschaftsschule nicht Einheitsbrei, sondern viel mehr individuelle Förderung ermöglich sieht. Vor allem das Argument, dass das dreigliedrige Schulsystem ein Relikt aus der Zeit der Ständegesellschaft sei, veranlasste den zweiten Redner des Debattierklubs Dortmund, Jens S., erst einmal klar zu stellen, dass beim heutigen dreigliedrigen Schulsystem keinesfalls mehr nach Ständen, sondern einfach nach Leistung  sortiert werde.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_082_1Jens warf ein, dass es in der DDR schon Einheitsschulen gegeben habe und es einen guten Grund habe, dass es sie heute nicht mehr in dem Maße gibt .Es gäbe drei Dinge auf die die Bürger der DDR nicht stolz gewesen sei im Nachhinein: die Berliner Mauer, die Stasi und auf die Einheitsschulen, überraschte er die Zuhörer.

Der einzige freie Redner in der Debatte, Tobias R., stellte sich auf die Seite des Debattierklubs. Nach den Regeln des Clubs bekam nun die SPD eine Gelegenheit zur Gegenrede. Vor allem die Bezeichnung Ideologie für die Idee zur Einführung einer Gemeinschaftsschule, war es, die der Gegenredner der SPD aufgriff. Er machte deutlich, dass er der Ansicht sei, dass man mit jedem Abschluss etwas erreichen können müsste, wobei er vor allem die Hauptschulabsolventen als perspektivlos darstellte.

Der Abschlussredner des Debattierclubs war wie schon in der Debatte gegen die Grünen, Markus K. In seiner energischen Art kritisierte er den „ideenlosen Einheitsbrei“ der von der SPD-Regierung geplant sei. Die SPD war von diesem „rhetorischen Tiefschlag“ ziemlich überrascht.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_122_1Mit der Frage, ob die SPD gerne in traurige Kinderaugen gucken würde, da die Leistungsstarken unterfordert und die Leistungsschwachen in einer Gemeinschaftsschule überfordert wären, schloss er schließlich seine Rede. Prof. Dr. Gerd Bollermann (Wahlkreis114 Dortmund IV: Stadtbezirke Hörde, Hombruch, Lütgendortmund), der letzte Redner der SPD wies darauf hin, dass die SPD „alle integrieren“ wolle, und das „kein Kind zurückgelassen werde.“

Nach der Debatte reichten sich die Mitglieder des Debattierclubs und die Kandidaten trotz der teilweise sehr energischen Reden die Hand.

Bericht: Sonja K.

Fotos © by Cesare Foltin.

Presseberichte:

steadynews.de (22.1.2010) Debattierklub Dortmund: Show-Debatte mit der SPD am 19.01.2010 (mit Videos)

Pflichtlektüre (20.01.10) Fechten mit Worten

Erste Debatte erfolgreich

Grünen-Chefin fordert Bildungs-Soli

Gebühren-Befürworter holen auf

(Dortmund) Vor Beginn der Show-Debatte der GRÜNEN-Landtagskandidaten gegen den Debattierklub Dortmund, schien der Sieger schon festzustehen: Nur zwei Zuschauer outeten sich als Gebührenbefürworter.

2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_009

Studiengebühren gefährden den Standort Deutschland“, so Martin Tönnes (Landtagskandidat GRÜNE Wahlkreis 113 Dortmund III: Stadtbezirke Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck) in seiner Eröffnungsrede.

Die Oppositionsführerin Sonja K. (Erstsemesteratudentin im Fach Statistik) gab mit ihrer Rede kräftig Kontra.2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_013 Als Grünen-Chefin Daniela Schneckenburger eine Zwischenfrage stellen wollte, bremste Sonja die Politikerin regelkonform aus. Beim Debattieren entscheiden nämlich die jeweiligen Redner, ob sie eine Zwischenfrage zulassen – oder nicht. Einer Partei-Chefin passiert so was eher selten …

Die Sprecherin der GRÜNEN-Ratsfraktion in Dortmund, Ingrid Reuter (Landtagskandidatin GRÜNE Wahlkreis 112 Dortmund II: Innenstadt-Nord, Innenstadt-Ost und Eving) machte klar, dass die GRÜNEN die Studiengebühren abschaffen wollen und auch schon entsprechende Anträge gestellt haben.2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_032 Das veranlasste Oppositions-Mitglied Markus K. (Student der Germanistik, Theologie und Geschichte) provokativ zu fragen, wem die GRÜNEN bei der angespannten Haushaltslage das Geld dafür „aus der Tasche ziehen wollen“. Frau Reuter erklärte dem auf eine Antwort beharrenden Debattierer, dass auf klar auf politische Prioritäten ankäme.

Oppositions-Redner Jörn H. (Vize-Präsident Debatte Dortmund) stellte dem entgegen, dass es wohl ungerecht sei Studenten nicht an den anfallenden Kosten zu beteiligen, während im Handwerk für einen Meisterkurs oftmals ein paar Tausend Euro fällig werden. Warum sollten nur Meister mit Schulden ins Leben starten und nicht auch Uni-Absolventen?2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_039 Damit unterzog die Opposition das Thema der Gerechtigkeitsprüfung. „Entscheidend für die Bildungs-Karriere eines Kindes ist die Kindergartenzeit“, so Jörn H., „und die kostet, obwohl sie so wichtig ist“.

Die seit 2006 amtierende Landesvorsitzende der GRÜNEN in NRW Daniela Schneckenburger (Landtagskandidatin GRÜNE Wahlkreis 111 Dortmund I: Stadtbezirke Innenstadt-West, Huckarde, Mengede) beharrte darauf, dass man weniger Zugangshürden zum Studium schaffen sollte, denn es sei falsch ein Studium auf Pump zu finanzieren.2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_056 Um das Bildungswesen auszubauen forderte sie 20 Jahre nach der Einheit den Solidaritätszuschlag zum Aufbau Ost zumindest teilweise in einen Bildungs-Soli umzuwidmen.

Als letzter Redner des Abends trat Markus K. ans Pult. Er stellte klar heraus, wo die Knackpunkte dieser Debatte aus Sicht der Studierenden von DebaDo lagen:2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_074 Studienbeiträge seien wichtiger Bestandteil der Hochschulfinanzierung und sie machten die Bildungslandschaft entgegen aller Beteuerungen von Gebührengegnern ein Stückchen gerechter.

Bei der Schlussabstimmung schien es plötzlich drei Gewinner zu geben: Die Vertreter von DebaDo, weil sich nun statt zwei immerhin neun Zuschauer auf ihre Seite stellten, GRÜNEN, weil sie die Debatten laut Publikum trotzdem klar gewannen, und alle Freunde des Debattierens, die zum Auftagt der Serie eine unterhaltsame Debatte geboten bekamen.

Fotos © Cesare Foltin


Presseberichte:

steadynews.de (13.1.2010) Debattierklub contra „die Grünen“ – das  Show-Debattieren in Dortmund war ein voller Erfolg

YouTube (13.1.2010) Debattierklub Debado in Dortmund am 12. Januar 2010
Tobias R., Präsident des Dortmunder Debattierklubs, erläutert vor
Publikum die Spielregeln des Debattierens.

dortmund.de (7.1.2010) Debattierclub der TU bittet zum Duell

steadynews.de (5.1.2010) DEBATTIERKLUB DORTMUND: SHOW-DEBATTEN-SERIE VOM
12. JANUAR BIS 2. FEBRUAR 201
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Achte Minute (6.1.2010) Kurzmeldungen aus der Szene

Winterschlaf

Am 29.12.2009  findet ausnahmsweise keine Debatte statt. Die Uni macht Betriebsferien und so gönnen auch wir uns nach 52 Trainingsdebatten und fünf Turnierteilnahmen eine kleine Pause. Am 05.01.2010 gehts dann wieder weiter!

DebaDo im Finale

Jens S. erreichte für DebaDo das Finale

Nikolaus-Turnier in Münster ein voller Erfolg

(Münster) Gestern war es endlich so weit: Das von DebaDo schon im April angeregte Regionalturnier unter den Debattierklubs aus der Dortmunder Umgebung konnte nach langer, langer Planung endlich in Münster über die Bühne gehen. Für Münster sprachen die große Erfahrung als Turniergestalter und die Ausrichtung der bevorstehenden Deutschen Debattiermeisterschaft im Juni. Für letztere können wir schon mal das TÜV-Siegel verleihen: Münster zeigte sich als ein umfassender und sympathischer Organisator.

DebaDo ging mit zweieinhalb Teams an den Start. Als „läcker Mädsche“ traten Karin R. und Jan F. an, „Netti“ und Christian B. redeten als „Die Mäinzer Jecken“ (eine Anspielung auf den TurnierErfolg im Oktober auf dem Mainzer Freundschaftsturnier) und Jens S. bildete mit Katharina K.-T. ein Dortmund-Paderborn-Mixteam. Jörn H. versuchte sich als Juror.

Zur Freude von DebaDo ließ  das Dortmund-Paderborn-Mixteam nach drei für alle Teilnehmer lehrreichen Vorrunden 13 Teams hinter sich und schaffte den Finaleinzug. Im Finale musste sich das Team aber dem siegreichen Münsteraner Team geschlagen geben, welches konsequent für ein Betreuungsgeld stritt und dies vor allem mit der zu wahrenden Erziehungsautonomie der Eltern begründen konnte.

Alles in Allem sind wir der Münsteraner Klubgemeinschaft äußerst dankbar für die Veranstaltung dieses kleinen Freundschaftsturniers und freuen uns schon im Juni zur DDM 2010 zurückzukehren.

Dortmunder Debattierer im Halbfinale der westdeutschen Debattiermeisterschaft

(Dortmund/Mannheim) – Die westdeutschen, die nord-ostdeutschen und süddeutschen Meister im Debattieren 2008 stehen fest. In drei spannenden Finaldebatten wurde zeitgleich in Mannheim, Jena und Stuttgart darüber debattiert, ob die NATO abgeschafft werden soll. Bei der Westdeutschen Meisterschaft in Mannheim erreichten Hendrik B. und Henning B. für Debattierklub der TU Dortmund das Halbfinale und verfehlten das Finale um nur einen Platz.