FDP verteidigt Freiheit der Hochschulen

(Dortmund) Im letzten Teil des „chromatographischen Diskurses“ (Moderator Thomas B.) stellte sich die FDP dem Debattierklub, dessen Vertreter zur Abwechslung mal als Regierung die Abschaffung des Hochschulfreiheitsgesetzes (HFG) forderten. Die „Zimmer-frei-Frage“ vor der Debatte zeigte, dass die große Mehrheit des Publikums gegen das HFG war.

2010_02_02-DeBaDo_vs_FDP_004_1Was sich Hochschulfreiheitsgesetz schimpfe, sei ein Ungetüm, das die Freiheit von Forschung und Lehre bedrohe, stellte der Regierungssprecher Tobias R. in den Raum. Durch den neuen Hochschulrat werde die Hochschule mehrheitlich von Uni-Fremden bestimmt; dem Rat mangele es an Legitima2010_02_02-DeBaDo_vs_FDP_009_1tion, Kontrolle und Transparenz.  Der Eröffnungsredner der Opposition Lars Rettstadt (Arzt, Dortmunder Ratsherr und stellv. Vorsitzender der FDP in Dortmund) legte in seiner ruhigen Art dar, dass die Uni früher unter kaputten Hörsälen, zu vielen Studenten und der Fachaufsicht aus dem fernen Düsseldorf gelitten habe, während die TU nun ein selbstbestimmter Arbeitgeber sei.

Henning B., Ergänzungsredner der Regierung, brachte das HFG auf die Formel: „Mehr Freizeit für den Minister statt mehr Freiheit für die Hochschulen.“ Wenn das Land mit dem Hochschulrat Leistungsvereinbarungen abschließe, dann bedeute das Geldkürzungen für die Uni bei Nichterfüllung. Das sei Fachaufsicht durch die Hintertür. Außerdem wären die Selbstverwaltungsgremien dann gar nicht mehr an der Ausrichtung der Hochschule beteiligt. Landeszuweisungen seien auch an die Einwerbung von Drittmitteln gekoppelt. Es lohnten sich nur noch Fächer, die sich verkaufen ließen, und keine Grundlagenforschung mehr, die das Risiko des Scheiterns beinhalte. 2010_02_02-DeBaDo_vs_FDP_006_1Oppositionsergänzungsredner Maximilian Kreipe (Raumplanungsstudent und im Vorstand der Dortmunder JuLis) erklärte die Ungleichverteilung der Mittel: Die großen Maschinen würden eben viel kosten, die Lehrämter hätten dagegen kein „Atommagnetdingsbums“. Er erklärte den Wirtschaftkreislauf so: Innovation schaffe Vermarktung, dadurch wachse die Wirtschaft, was die Steuereinnahmen erhöhe, mit denen wiederum die Hochschulen finanziert würden. Die Lehrämter seien noch nicht abgeschafft (höhnisches Gelächter im Publikum) und würden es auch nicht. Philosophie sei ein Luxusgut, das man mit den erwirtschafteten Geldern finanziere.

Der lebhafte und gewohnt angriffslustige Regierungsschlussredner Markus K. warf der Opposition vor, das Modell FDP sei nur Markt und Wettbewerb. „Sie wollen dem Land der Dichter und Denker die Wurzeln abschneiden!- Hätten Sie Debattieren im HFG aufgenommen, hätten wir vielleicht zugestimmt.“ Der Hochschulrat sei ein Gremium externer Günstlinge, in dem die Chefs von WAZ, Thyssen und Signal-Iduna säßen. Diese würden nicht in Haftung genommen; Ulrich Reitz sitze nicht auf der Treppe des überfüllten Hörsaals. Die Rede endete so fulminant, wie sie angefangen hatte: „Hier läuft was falsch im Lande NRW. Nieder mit dem Hochschulfreiheitsgesetz!“ Der Oppositionsschlussredner Marc Hövermann (Kreisvorsitzender der JuLis Dortmund) sagte, er studiere auch eine Geisteswissenschaft, nämlich BWL (zweifelnde Zwischenrufe aus dem Publikum, ob BWL eine Geisteswissenschaft sei). Dort gebe es den Begriff der Betriebsblindheit. Es bedürfe auch der Sicht von außen.

2010_01_28-DeBaDo_vs_Piratenpartei_043_1Dazu passen die einleitenden Worte des Moderators Thomas B. „Cicero hat gesagt ‚Reden lernt man beim Reden.‘ Strukturiertes und überzeugendes Reden lernt man beim Debattierklub.“ Vom Publikum hatte sich zwar kaum jemand von den Argumenten der jeweils anderen Seite überzeugen lassen, dafür spendete es aber reichlich Applaus für eine sehr unterhaltsame Debatte.

Bericht: Jens Schulze

Fotos © by Cesare Foltin.

DEBADO vs FDP

Mehr Freiheit für die Hochschulen = bessere Bildung?

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(Dortmund) Am 02.02., um 19h(!) tritt DebaDo gegen die Dortmunder Lantagskandidaten der FDP an.

Lars Rettstadt (stellv. Vorsitzender FDP Dortmund),  Marc Hövermann (JuLi-Vorsitzender Dortmund) und Stefan Dettke verteidigen die Inhalte des Hochschulfreiheitsgesetzes.

Mit dem Hochschulfreiheitsgesetz werden Hochschulen in die Selbstständigkeit entlassen. Dies soll ihnen Chancen zur Profilbildung ermöglichen. Neue Möglichkeiten Drittmittel einzuwerben könnten sich dadurch ergeben. Vom erzeugten Wettbewerb der Hochschulen werden alle profitieren, verspricht die FDP.

– Wo es aber Wettbewerb gibt, gibt es zwangsweise nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Stehen die Verlierer nicht mit Fächern wie Sozialpädagogik und Theologie schon fest? Wird eine Profilbildung der Hochschulen nicht gerade zu einer Verdrängung der weniger Drittmittel einbringenden Fächer und schließlich zu einer Konzentration auf einen engen Fächerkanon führen? DebaDo (der Debattierklub von FH und TU) tritt in dieser Debatte für die Vielfalt der Angebote an Hochschulen und die notwendige sichere Finanzierung durch das Land ein.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Debatte im CDI-Gebäude, Vogelpothsweg 78, im Raum 022/023 beizuwohnen. Anreisehilfe

Piraten fordern: Keine GEZ-Gebühren für internetfähige Handys und PCs!

Piratenpartei stellt sich DebaDo

2010_01_28-DeBaDo_vs_Piratenpartei_001_1(Dortmund) Gestern war als dritte Partei die Piratenpartei zu Gast. Die Piraten erfreuen sich in den letzten Monaten wachsender Beliebtheit und so war es nicht verwunderlich, dass sie auch mehr Fans mitbrachten als dies den GRÜNEN gelungen war. Nach ersten Erfolgen bei Europa- und Bundeswahl wollten sie nun auch in der Debatte gegen den DebaDo erfolgreich sein. Ihre Forderung des Abends: „Keine GEZ-Gebühren für PCs und Handys!“

Die Regierungschefin Simone Brand (Bochum, Landesliste Platz 4) forderte, dass das Internet für jeden zugänglich sein müsse, dafür dürfe man keine Gebühren verlangen, bloß weil ein winziger Anteil der Inhalte von öffentlich-rechtlichen Medien stamme. Der Oppositionsführer Andreas P. outete sich als Arte-, Phoenix- und Weniggucker und zeigte sich von der Qualität und Unabhängigkeit der Programme überzeugt. Auch wer die Programme nicht selbst sehe, würde davon profitieren, wenn deren Inhalte z.B. auf ZEIT.de oder durch informierte Mitbürger weiterverbreitet würden.

Der Ergänzungsredner der Regierung Jan Dörrenhaus (Wahlkreis Dortmund IV) erinnerte, dass vor
30 Jahren Radio und Fernsehen nur eine Funktion gehabt hätten, für die man dann auch Gebühren hätte eintreiben können. Heute gebe es kaum Kühlschränke, die nicht internetfähig sein.
Oppositionsergänzungsrednerin Karin R. erwiderte, dass wir alle mündige Bürger seien, weil wir unabhängig und gut informiert würden. (Immer wieder Zwischenrufe aus dem Publikum; Präsidentin Olga T. muss mit Hammer und Glocke für Ruhe sorgen.) Würde Gutfried die Nachrichten sponsern, dann wäre der Gammelfleischskandal nie ans Licht gekommen.

Der freie Redner Jan F. stellte sich auf die Oppositionsseite. „Wer Ahnung von Technik hat, soll keine Gebühren zahlen?“ brachte er auf den Punkt, „das ist ungerecht!“

Regierungsschlussredner Hanns-Jörg Rohwedder (Wahlkreis Dortmund III, Landesliste 10) sagte, die Fernsehqualität sei zu schlecht, dafür wolle er ebenso wenig zahlen, wie für die Bildzeitung. Daher sollte zumindest das WWW als letzter freier Ort von diesem verschont bleiben. Oppositionsschlussredner Thomas B. hatte vorher allerdings schon bekannt, dass er damals auch ungern an die GEZ gezahlt hätte. Nun habe er aber erkannt, dass es richtig und wichtig sei. Wenn es analoge Verlierer und digitale Gewinner gebe, für wen gebe es denn dann Freibier? Die Demokratie brauche die vierte Gewalt. Wenn diese sich durch Steuern oder Werbung finanziere, könne sie Politik und Wirtschaft nicht mehr unabhängig kontrollieren. Wenn seine Oma für den Fernseher zahle, aber junge Technikexperten nicht, dann sei das Elitenförderung.

Anschließend würdigte das Publikum alle Redner mit angemessenem Applaus. Wie schon in den beiden Debatten davor,  gelang es wiederum DebaDo, einige Zuhörer doch noch auf seine Seite zu ziehen. „GEZ-Freiheit für das Internet“ blieb den meisten aber doch sympathisch. – Moderator Henning B. wertete die Schlussabstimmung des Publikums trotzdem als ungefähres Unentschieden und wies zum Abschluss darauf hin, dass jeder zu den dienstäglichen Treffen des Debattierklubs in der EF50, im zweiten Stock ganz rechts, kommen könne: „Jeder, der Kapazitäten vorhält, dass er an einer Debatte teilnehmen kann, ist dazu verpflichtet!“

Bericht: Jens S./Jörn H.

Fotos © by Cesare Foltin.

Artikel zur Debatte in der Pflichtlektüre

DEBADO vs. Piratenpartei

Keine GEZ-Gebühren für PCs?

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(Dortmund) Am 28.01., um 18h tritt DebaDo gegen die Dortmunder Lantagskandidaten von der Piratenpartei an. Simone Brand (Landesliste Platz 4), Jan Dörrenhaus (Wahlkreis Dortmund IV, Landesliste Platz 15) und Hanns-Jörg Rohwedder (Wahlkreis Dortmund III, Landesliste 10) argumentieren gegen eine GEZ-Gebühren-Pflicht für PCs und Handys.

Mit der Entwicklung des Internets steigt nicht nur das online verfügbare Angebot von ARD und ZDF, die öffentlich-rechtlichen Sender begreifen das Internet auch immer mehr als profitablen Zusatzmarkt. Lässt sich aber aus dem wachsenden Geldbedarf der Öffentlich-Rechtlichen begründen, dass auch für PCs und Handy, die in keiner Weise für dem Empfang von Radio und Fernsehen vorgesehen sind, Rundfunkgebühren bezahlt werden müssen? Die Piratenpartei wehrt sich gegen das Entern des Internets durch ARD und ZDF. Reiche das Geld für Web-Angebote nicht aus, müssten die Öffentlich-Rechtlichen dort sparen.

– Beteiligen sich die Öffentlich-Rechtlichen allerdings nicht mit ihren Inhalten am Web-Angebot, werden sie möglicherweise auch im Bereich Fernsehen und Radio an Akzeptanz verlieren. Wie sollen sie dann ihrem Grundversorgungs- und Programmauftrag gerecht werden? Wie sollen sie ihre politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit schützen? DebaDo (der Debattierklub von FH und TU) tritt in dieser Debatte für die öffentlich-rechtlichen Web-Angebote und die notwendige Finanzierung ein.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Debatte im CDI-Gebäude, Vogelpothsweg 78, im Raum 022/023 beizuwohnen. Anreisehilfe

Wofür steht die Gemeinschaftsschule wirklich: Einheitsbrei oder individuelle Förderung?

Wofür steht die Gemeinschaftsschule wirklich: Einheitsbrei oder individuelle Förderung?
Vor der Debatte wirkte noch alles locker und eher wie ein Spaß, als die Debatte dann allerdings begann, zeigte sich schnell, dass sowohl die SPD als auch die Mitglieder des Debattierklubs durchaus mit Ernst bei der Sache waren.
Schon der Eröffnungsredner der SPD, Prof. Dr. Rainer Bovermann (MdL für den Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Kreis I: Hattingen, Schwelm, Sprockhövel, Wetter) machte es deutlich: „Auch Gedankenspätzünder sollen sich entwickeln können.“ Dies mache die Gemeinschaftsschule möglich, die eh nur ein Relikt aus dem 16 Jahrhundert und damit auch ein Überbleibsel der damaligen Ständegesellschaft darstelle.
Der erste Redner des Debattierclubs, Henning B. stellt diesem Argument sofort gegenüber, dass es zwar richtig sei für individuelle Förderung zu sorgen, dass dies jedoch viel eher dadurch möglich sei, das dreigliedrige Schulsystem beizubehalten.
Schon an diesem Punkt der Debatte zeigte sich, dass es eine sehr lebendige Debatte werden würde, da die Mitglieder der SPD sofort zu Anfang dieser Einführungsrede, durch Zwischenrufe ihr Missfallen deutlich machten.
Nadja Lüders (Landtagskandidat SPD Wahlkreis 113 Dortmund III: Stadtbezirke Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck) war die nächste Rednerin der SPD, die durch Gemeinschaftsschule nicht Einheitsbrei, sondern viel mehr individuelle Förderung ermöglich sieht.
Vor allem das Argument, dass das dreigliedrige Schulsystem ein Relikt aus der Zeit der Ständegesellschaft sei, veranlasste den zweiten Redner des Debattierklubs Dortmund, Jens S., erst einmal klar zu stellen, dass beim heutigen dreigliedrigen Schulsystem keinesfalls mehr nach Ständen, sondern einfach nach Leistung  sortiert werde.
Jens warf ein, dass es in der DDR schon Einheitsschulen gegeben habe und es einen guten Grund habe, dass es sie heute nicht mehr in dem Maße gibt .Es gäbe drei Dinge auf die die Bürger der DDR nicht stolz gewesen sei im Nachhinein: die Berliner Mauer, die Stasi und auf die Einheitsschulen, überraschte er die Zuhörer.
Der einzige freie Redner in der Debatte, Tobias R., stellte sich auf die Seite des Debattierklubs. Nach den Regeln des Clubs bekam nun die SPD eine Gelegenheit zur Gegenrede. Vor allem die Bezeichnung Ideologie für die Idee zur Einführung einer Gemeinschaftsschule, war es, die der Gegenredner der SPD aufgriff. Er machte deutlich, dass er der Ansicht sei, dass man mit jedem Abschluss etwas erreichen können müsste, wobei er vor allem die Hauptschulabsolventen als perspektivlos darstellte.
Der Abschlussredner des Debattierclubs war wie schon in der Debatte gegen die Grünen, Markus K. In seiner energischen Art kritisierte er den „ideenlosen Einheitsbrei“ der von der SPD-Regierung geplant sei. Die SPD war von diesem „rhetorischen Tiefschlag“ ziemlich überrascht.
Mit der Frage, ob die SPD gerne in traurige Kinderaugen gucken würde, da die Leistungsstarken unterfordert und die Leistungsschwachen in einer Gemeinschaftsschule überfordert wären, schloss er schließlich seine Rede.
Prof. Dr. Gerd Bollermann (Wahlkreis114 Dortmund IV: Stadtbezirke Hörde, Hombruch, Lütgendortmund), der letzte Redner der SPD wies darauf hin, dass die SPD „alle integrieren“ wolle, und das „kein Kind zurückgelassen werde.“
Nach der Debatte reichten sich die Mitglieder des Debattierclubs und die Kandidaten trotz der teilweise sehr energischen Reden die Hand.
Bericht: Sonja K.
Fotos © by Cesare Foltin.
Presseberichte:

Vor der Debatte wirkte noch alles locker und eher wie ein Spaß, als die Debatte dann allerdings begann, zeigte sich schnell, dass sowohl die SPD als auch die Mitglieder des Debattierklubs durchaus mit Ernst bei der Sache waren.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_010_1Schon der Eröffnungsredner der SPD, Prof. Dr. Rainer Bovermann (MdL für den Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Kreis I: Hattingen, Schwelm, Sprockhövel, Wetter) machte es deutlich: „Auch Gedankenspätzünder sollen sich entwickeln können.“ Dies mache die Gemeinschaftsschule möglich, die eh nur ein Relikt aus dem 16 Jahrhundert und damit auch ein Überbleibsel der damaligen Ständegesellschaft darstelle.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_037_1Der erste Redner des Debattierclubs, Henning B. stellt diesem Argument sofort gegenüber, dass es zwar richtig sei für individuelle Förderung zu sorgen, dass dies jedoch viel eher dadurch möglich sei, das dreigliedrige Schulsystem beizubehalten.

Schon an diesem Punkt der Debatte zeigte sich, dass es eine sehr lebendige Debatte werden würde, da die Mitglieder der SPD sofort zu Anfang dieser Einführungsrede, durch Zwischenrufe ihr Missfallen deutlich machten.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_060_1Nadja Lüders (Landtagskandidat SPD Wahlkreis 113 Dortmund III: Stadtbezirke Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck) war die nächste Rednerin der SPD, die durch Gemeinschaftsschule nicht Einheitsbrei, sondern viel mehr individuelle Förderung ermöglich sieht. Vor allem das Argument, dass das dreigliedrige Schulsystem ein Relikt aus der Zeit der Ständegesellschaft sei, veranlasste den zweiten Redner des Debattierklubs Dortmund, Jens S., erst einmal klar zu stellen, dass beim heutigen dreigliedrigen Schulsystem keinesfalls mehr nach Ständen, sondern einfach nach Leistung  sortiert werde.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_082_1Jens warf ein, dass es in der DDR schon Einheitsschulen gegeben habe und es einen guten Grund habe, dass es sie heute nicht mehr in dem Maße gibt .Es gäbe drei Dinge auf die die Bürger der DDR nicht stolz gewesen sei im Nachhinein: die Berliner Mauer, die Stasi und auf die Einheitsschulen, überraschte er die Zuhörer.

Der einzige freie Redner in der Debatte, Tobias R., stellte sich auf die Seite des Debattierklubs. Nach den Regeln des Clubs bekam nun die SPD eine Gelegenheit zur Gegenrede. Vor allem die Bezeichnung Ideologie für die Idee zur Einführung einer Gemeinschaftsschule, war es, die der Gegenredner der SPD aufgriff. Er machte deutlich, dass er der Ansicht sei, dass man mit jedem Abschluss etwas erreichen können müsste, wobei er vor allem die Hauptschulabsolventen als perspektivlos darstellte.

Der Abschlussredner des Debattierclubs war wie schon in der Debatte gegen die Grünen, Markus K. In seiner energischen Art kritisierte er den „ideenlosen Einheitsbrei“ der von der SPD-Regierung geplant sei. Die SPD war von diesem „rhetorischen Tiefschlag“ ziemlich überrascht.

2010_01_19-DeBaDo_vs_SPD_122_1Mit der Frage, ob die SPD gerne in traurige Kinderaugen gucken würde, da die Leistungsstarken unterfordert und die Leistungsschwachen in einer Gemeinschaftsschule überfordert wären, schloss er schließlich seine Rede. Prof. Dr. Gerd Bollermann (Wahlkreis114 Dortmund IV: Stadtbezirke Hörde, Hombruch, Lütgendortmund), der letzte Redner der SPD wies darauf hin, dass die SPD „alle integrieren“ wolle, und das „kein Kind zurückgelassen werde.“

Nach der Debatte reichten sich die Mitglieder des Debattierclubs und die Kandidaten trotz der teilweise sehr energischen Reden die Hand.

Bericht: Sonja K.

Fotos © by Cesare Foltin.

Presseberichte:

steadynews.de (22.1.2010) Debattierklub Dortmund: Show-Debatte mit der SPD am 19.01.2010 (mit Videos)

Pflichtlektüre (20.01.10) Fechten mit Worten

DebaDo vs die SPD

Eine Schule für alle: die Gemeinschaftsschule?plakat_klein2

(Dortmund) Am 19.01., um 18h tritt DebaDo gegen die Dortmunder Lantagskandidaten der SPD an.

Prof. Dr Gerd Bollerman, Prof. Dr. Rainer Bovermann und Nadja Lüders verteidigen die Forderung, das dreigliedrige Schulsystem durch Gemeinschaftsschulen zu ersetzen.

Bildungs- und Lebenschancen werden schon nach der Klasse Vier fast endgültig zementiert: neunmal so viele absteigende Schulwechsel wie aufsteigende, zu viele bleiben sitzen. PISA und andere Vergleichsstudien scheinen die
Überlegenheit des Ganztagskonzepts gegenüber Halbtagsschulen zu zeigen. Die SPD fordert daher die Einführung der „Gemeinschaftsschule“. – Aber liegen die Lösungen für diese (vermeintlichen) Probleme wirklich im
Bereich des Schulsystems? Hat der Versuch mit Gesamtschulen, an denen beispielsweise die Abitur-Leistungen viel schwächer scheinen als am Gymnasium, nicht das Scheitern des gemeinsamen Lernens gezeigt? – DebaDo wird das bewährte Schulsystem in dieser Debatte verteidigen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Debatte im CDI-Gebäude, Vogelpothsweg 78, im Raum 022/023 beizuwohnen. Anreisehilfe

Erste Debatte erfolgreich

Grünen-Chefin fordert Bildungs-Soli

Gebühren-Befürworter holen auf

(Dortmund) Vor Beginn der Show-Debatte der GRÜNEN-Landtagskandidaten gegen den Debattierklub Dortmund, schien der Sieger schon festzustehen: Nur zwei Zuschauer outeten sich als Gebührenbefürworter.

2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_009

Studiengebühren gefährden den Standort Deutschland“, so Martin Tönnes (Landtagskandidat GRÜNE Wahlkreis 113 Dortmund III: Stadtbezirke Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck) in seiner Eröffnungsrede.

Die Oppositionsführerin Sonja K. (Erstsemesteratudentin im Fach Statistik) gab mit ihrer Rede kräftig Kontra.2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_013 Als Grünen-Chefin Daniela Schneckenburger eine Zwischenfrage stellen wollte, bremste Sonja die Politikerin regelkonform aus. Beim Debattieren entscheiden nämlich die jeweiligen Redner, ob sie eine Zwischenfrage zulassen – oder nicht. Einer Partei-Chefin passiert so was eher selten …

Die Sprecherin der GRÜNEN-Ratsfraktion in Dortmund, Ingrid Reuter (Landtagskandidatin GRÜNE Wahlkreis 112 Dortmund II: Innenstadt-Nord, Innenstadt-Ost und Eving) machte klar, dass die GRÜNEN die Studiengebühren abschaffen wollen und auch schon entsprechende Anträge gestellt haben.2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_032 Das veranlasste Oppositions-Mitglied Markus K. (Student der Germanistik, Theologie und Geschichte) provokativ zu fragen, wem die GRÜNEN bei der angespannten Haushaltslage das Geld dafür „aus der Tasche ziehen wollen“. Frau Reuter erklärte dem auf eine Antwort beharrenden Debattierer, dass auf klar auf politische Prioritäten ankäme.

Oppositions-Redner Jörn H. (Vize-Präsident Debatte Dortmund) stellte dem entgegen, dass es wohl ungerecht sei Studenten nicht an den anfallenden Kosten zu beteiligen, während im Handwerk für einen Meisterkurs oftmals ein paar Tausend Euro fällig werden. Warum sollten nur Meister mit Schulden ins Leben starten und nicht auch Uni-Absolventen?2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_039 Damit unterzog die Opposition das Thema der Gerechtigkeitsprüfung. „Entscheidend für die Bildungs-Karriere eines Kindes ist die Kindergartenzeit“, so Jörn H., „und die kostet, obwohl sie so wichtig ist“.

Die seit 2006 amtierende Landesvorsitzende der GRÜNEN in NRW Daniela Schneckenburger (Landtagskandidatin GRÜNE Wahlkreis 111 Dortmund I: Stadtbezirke Innenstadt-West, Huckarde, Mengede) beharrte darauf, dass man weniger Zugangshürden zum Studium schaffen sollte, denn es sei falsch ein Studium auf Pump zu finanzieren.2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_056 Um das Bildungswesen auszubauen forderte sie 20 Jahre nach der Einheit den Solidaritätszuschlag zum Aufbau Ost zumindest teilweise in einen Bildungs-Soli umzuwidmen.

Als letzter Redner des Abends trat Markus K. ans Pult. Er stellte klar heraus, wo die Knackpunkte dieser Debatte aus Sicht der Studierenden von DebaDo lagen:2010_01_12-DebaDo_vs_DieGruenen_074 Studienbeiträge seien wichtiger Bestandteil der Hochschulfinanzierung und sie machten die Bildungslandschaft entgegen aller Beteuerungen von Gebührengegnern ein Stückchen gerechter.

Bei der Schlussabstimmung schien es plötzlich drei Gewinner zu geben: Die Vertreter von DebaDo, weil sich nun statt zwei immerhin neun Zuschauer auf ihre Seite stellten, GRÜNEN, weil sie die Debatten laut Publikum trotzdem klar gewannen, und alle Freunde des Debattierens, die zum Auftagt der Serie eine unterhaltsame Debatte geboten bekamen.

Fotos © Cesare Foltin


Presseberichte:

steadynews.de (13.1.2010) Debattierklub contra „die Grünen“ – das  Show-Debattieren in Dortmund war ein voller Erfolg

YouTube (13.1.2010) Debattierklub Debado in Dortmund am 12. Januar 2010
Tobias R., Präsident des Dortmunder Debattierklubs, erläutert vor
Publikum die Spielregeln des Debattierens.

dortmund.de (7.1.2010) Debattierclub der TU bittet zum Duell

steadynews.de (5.1.2010) DEBATTIERKLUB DORTMUND: SHOW-DEBATTEN-SERIE VOM
12. JANUAR BIS 2. FEBRUAR 201
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Achte Minute (6.1.2010) Kurzmeldungen aus der Szene

DebaDo vs. Bündnis90/Die GRÜNEN

Studiengebühren abschaffen?plakat_klein

(Dortmund) Am 12.01., um 18h tritt DebaDo gegen die Dortmunder Lantagskandidaten von Bündnis90/Die GRÜNEN an. Die Landesvorsitzende Daniela Schneckenburg, RVR-Fraktionssprecher Martin Tönnes und Rat-Fraktionssprecherin Ingrid Reuter verteidigen die Forderung, Studiengebühren wieder abzuschaffen.

Studiengebühren seien sozial ungerecht und erschwerten den Hochschulzugang. Sie führten zu fehlender individueller Chancengleichheit und seien mit Blick auf den Fachkräftemangel kontraproduktiv. – Aber haben die Studienbeiträge nicht erst wichtige Anschaffungen ermöglicht und Angebote geschaffen, die ein besseres, schnelleres Studium erst ermöglichen? Das Team von DebaDo tritt in dieser Debatte für Studienbeiträge ein.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Debatte im CDI-Gebäude, Vogelpothsweg 78, im Raum 022/023 beizuwohnen. Anreisehilfe

Landtagskandidaten stellen sich

Studenten gegen Politikerplakat_klein

(Dortmund) Wie wusste schon Altbundestrainer Sepp Herberger:

„Nach der Wahl ist vor der Wahl.“

– in diesem Fall der Landtagswahl. Und so stellen sich die Dortmunder Kandidaten  von den GRÜNEN, der SPD, der Piratenpartei und der FDP zum Auftakt ihres Wahlkampfs. Alle vier Parteien senden jeweils ein Team, welches in der Debatten-Serie DebaDo gegen den Rest der Welt gegen ein Team von uns antritt.

Damit heißt es im Januar u. Februar wieder: Wer wird dieses Mal siegen? Die Guten, die Wahrheit oder doch die Herausforderer? – Die Antwort erhältst du bei jeder Debatte aufs Neue. – Konkret am:

  • 12.01 Die GRÜNEN fordern „Studiengebühren abschaffen“
  • 19.01. Die SPD will „Eine Schule für alle“
  • 28.01. Die Piratenpartei ist gegen „GEZ-Gebühren für PC und Handy“
  • 02.02. (Achtung: 19h) Die FDP steht für „bessere Bildung durch freie Hochschulen“

Jeweils um 18h im CDI-Gebäude ,Vogelpothsweg 78, neben der S-Bahn (Routenplaner), Raum 022/023 (im Erdgeschoss gleich rechts).

Sei auch du dabei. Wir sind es schon.